Ernährung und Wachstum

Die Eltern sollten ausführlich über die Wichtigkeit des Stillens und einer ausgewogenen Ernährung informiert werden.
Eine Wachstumsverzögerung ist charakteristisch für das Down-Syndrom, deshalb müssen Wachstum und Gewicht regelmäßig überprüft werden. Die Körpergröße stabilisiert sich üblicherweise bei 2 - 3 Standardabweichungen des durchschnittlichen Wachstums. Zahlreiche Ursachen, die noch nicht ganz geklärt sind, wie Malabsorption, angeborene Herzfehler, Überfunktion der Schilddrüse oder auch Zöliakie können für den Minderwuchs verantwortlich sein. Neuere Untersuchungen befassen sich mit der Rolle des Wachstumshormons (GH) und des Somatomedins bzw. insulinähnlicher Wachstumsfaktoren (IGF), da diese Hormone sowohl für das Körperwachstum als auch für die Entwicklung und Funktion des Nervensystems grundlegend sind.
In einer Untersuchung von Kindern mit Down-Syndrom stellten Rasore-Quartino et al. (1987) niedrige IGFI-l-Werte fest. Die meisten Autoren fanden dagegen eine normale GH-Sekretion. Dennoch wurden in einer Studie von Annerén et al. (2000) Kinder mit Down-Syndrom mit einem gestörten Wachstum, unabhängig von ihren GH- und IGF-I-Werten,  mit GH behandelt. Der Einfluss auf die Wachstumsbeschleunigung erschienen vielversprechend. Diese Therapie bleibt jedoch umstritten, da keine Langzeitergebnisse vorliegen und Komplikationen, wie etwa Bluthochdruck oder Hyperglyzämie auftreten können. Deshalb muss zur Zeit von einer Behandlung mit Wachstumshormonen als Standardtherapie für Kinder mit Down-Syndrom abgesehen werden.

Neigung zu Übergewicht

Die Neigung zu Übergewicht bei Menschen mit Down-Syndrom ist bekannt. Sie zeigt sich besonders bei jungen Erwachsenen. Deshalb müssen wir von der Kindheit an adäquate Vorsorgemaßnahmen ergreifen und dabei besonders auf die Jugendlichen achten. Wir sollten sowohl bei der Ernährung als auch im Bereich der körperlichen Aktivität steuernd eingreifen. Die Kalorienaufnahme sollte ständig kontrolliert werden. Die Ernährung sollte ausgewogen sein und nicht zuviel glukosehaltige Nahrung enthalten. Eine proteinreiche Ernährung sollte bevorzugt werden. Sportaktivitäten wie Schwimmen oder Radfahren, Gymnastik usw. sollten den Kindern früh angewöhnt werden, da körperliche Betätigungen für eine Gewichtskontrolle unerlässlich sind.