Herzfehler und Komplikationen

Am häufigsten sind angeborene Herzfehler. Sie betreffen ca. 50% der Neugeborenen mit Down-Syndrom und entsprechen 7% der Fälle in der Gesamtbevölkerung. Die häufigsten Komplikationen, sie machen fast die Hälfte aller Fälle aus, sind der Endokardkissendefekt und der AV-Kanal. Da die meisten Abweichungen operativ behoben werden können, sollten sie möglichst früh diagnostiziert werden.
Herzfehler werden oft von einem Hochdruck im Lungenkreislauf (Pulmonalarterienhypertonie) begleitet. Die betroffenen Kinder zeigen bereits im jungen Alter entsprechende Symptome mit u. a. erhöhtem pulmonalen Gefässwiderstand,  Kardiomegalie (Herzvergrößerung), Leberzirrhose oder Herzinsuffizienz. Diese Patienten weisen eine Wachstumsverzögerung auf und haben wiederholte Atemwegsinfekte. Dies kann zu einer hohen Krankheits- und Todesrate führen.
Die Lungengefäßobstruktion ist eine schwere, nicht operable Komplikation. Da Lungenhochdruck und eine Behinderung des Lungenkreislaufs bei einem Kind mit Down-Syndrom früher auftreten können als bei anderen Kindern, ist auch hier eine möglichst frühe chirurgische Behandlung angezeigt.
In den letzten Jahren konnten die Überlebenschancen bei Herzoperationen drastisch verbessert werden. Auch die langfristigen Prognosen sind günstig (Marino und Pueschel, 1996).
Andere angeborene Herzfehlbildungen treten seltener auf, dennoch sollte eine entsprechende Untersuchung erfolgen, da eine operative Behandlung fast immer erfolgreich ist.

Kardiologische Probleme

In der Literatur finden sich nur wenige Angaben über kardiologische Besonderheiten bei Erwachsenen mit Down-Syndrom. Neuste Daten zeigen aber, dass Herzfehler auch im späteren Leben auftreten können. Am häufigsten sind bei Erwachsenen bei zunächst asymptomatischem Verlauf der Mitralklappenvorfalll - bis zu 70 % aller Fälle - und die Aorteninsuffizienz. Diese Herzfehler wurden bislang nur bei Erwachsenen, jedoch nicht bei Kindern beobachtet (Goldhaber et al., 1987; Marino und Pueschel, 1996). Selbstverständlich wird eine regelmäßige Kontrolle auch bei jungen Erwachsenen, insbesondere vor Zahn- und operativen Eingriffen, empfohlen, damit etwaige Herzfehler rechtzeitig entdeckt werden. Zur  Endokarditisprophylaxe sollte auch eine antibiotische Behandlung überlegt werden.