Delphintherapie

Therapiekonzept

Es gibt weltweit schätzungsweise schon über hundert Institute, welche Delphintherapien anbieten. Dabei ist der Begriff „Delphintherapie“ keineswegs genormt. Unter diesem Namen wird ein ganzes Spektrum von Therapien verstanden, welche mit Delphinen zusammenhängen. Die „Dolphin Human Therapy“ (DHT) von Dr. David E. Nathanson wird am meisten kopiert. Deshalb wird hier das Konzept von DHT vorgestellt.

Dr. Nathanson selbst beschreibt das Therapiekonzept der DHT folgendermaßen: „ Wenn wir möchten, dass ein Kind spricht, und das Kind möchte nicht sprechen, müssen wir seine Aufmerksamkeit bekommen und es mit Hilfe des Delphins dazu bringen, den Wunsch zu sprechen in sich zu verspüren. Wir müssen das Kind dazu bringen, es einmal zu tun und dann dieses Verhalten positiv verstärken, so dass es immer wieder den Wunsch danach verspürt, zu sprechen. “

Der Grundgedanke der DHT ist, dass Behinderte so schlecht lernen, weil ihre Aufmerksamkeitsspanne so gering ist. Informationen werden nicht verarbeitet, weil sie nicht lange genug im Gehirn bleiben. Die DHT ist hauptsächlich Arbeit am Aufmerksamkeitsdefizit.

Dr. David E. Nathanson suchte nach natürlichen Mitteln, die Aufmerksamkeit behinderter Kinder zu steigern. Klinische Erfahrungen und die Forschung nennen drei Stimulanzien: Musik, warmes Wasser und Tiere. Die DHT wendet zwei dieser Stimulanzien an (warmes Wasser und Delphine). Die DHT arbeitet nicht nur an einem einzelnen Gebrechen, sondern erfasst das gesamte Kind mit seiner Persönlichkeit, seinen Stärken und Schwächen. Dabei konzentriert sich die Therapie nicht auf Dinge, welche der Patient nicht mehr kann. Die DHT will die übrig gebliebenen Fähigkeiten aktivieren und verbessern. Die Therapie konzentriert sich also nicht auf die irreversibel zerstörten Zellen im Gehirn, sondern auf das übrig gebliebene Zellmaterial.

Das Gehirn besteht aus einer linken und einer rechten Gehirnhälfte. Die linke Seite kontrolliert das Lesen, die Wahrnehmung und die Sprache (also alles, was mit dem Verstand zu tun hat). Sie ist auch für die Motorik des Körpers verantwortlich. Die rechte Seite erzeugt Emotionen, Vorstellungskraft und die Kreativität. Die meisten der Patienten, die zur DHT kommen, haben Störungen in der linken Gehirnhälfte.

Das Problem bei Gehirn geschädigten Kindern ist nun, dass die Botschaften des Körpers nicht von der einen Gehirnhälfte zur anderen geleitet werden. Die „Brücke“ fehlt. Die DHT versucht, die rechte Gehirnhälfte zu aktivieren, um die linke zu erreichen. Man nutzt dazu die Gefühle des Patienten, wie Freude und Spaß (rechte Gehirnhälfte) . Mit Hilfe der natürlichen Stimulanzien wird der Patient über die rechte Gehirnhälfte motiviert. Die rechte Gehirnhälfte gibt dann die Botschaft an die linke weiter. Die „Blockade“ im Gehirn wird ganz oder teilweise aufgelöst.

Für den Patienten stellt der Delphin die Motivation dar, mit dem Therapeuten an Land zusammen zu arbeiten. Erst wenn die therapeutische Arbeit an Land erledigt ist, darf der Patient zur Belohnung zum Delphin ins Wasser. Von der vierzig Minuten dauernden Therapieeinheit wird nur höchstens ein Drittel der Zeit mit dem Delphin im Wasser verbracht. Die therapeutische Arbeit an Land wird dabei nur bedingt als „Arbeit“ empfunden.

Die DHT ist eine Intensivtherapie für Kinder, welche Defizite in den Bereichen Sprache, Grob- und Feinmotorik, Kommunikation und Aufbau von Selbstvertrauen haben. Die Therapie ist individuell auf den Teilnehmer abgestimmt und dient zur Unterstützung früherer Therapien und weiterführender, traditioneller Behandlungen. Die DHT integriert Therapietechniken aller Art. Bereits Gelerntes und Erreichtes wird gewissermaßen neu „aktiviert“. Traditionelle Therapien, wie beispielsweise die Physiotherapie und die Sprachtherapie, erreichen nach einiger Zeit eine Grenze, welche durch die DHT durchbrochen werden kann.

Dr. Nathanson hat Studien durchgeführt, welche belegen, dass seine Behandlungsmethode mit Delphinen erfolgreich ist. Durch seine gesammelten Daten kann er beweisen, dass über 50% der Kinder noch ein Jahr nach der Therapie, das während der Therapie Erreichte, beibehalten oder sogar verbessert haben. Die Lernbereitschaft und die Aufnahmefähigkeit der Kinder lässt sich, gegenüber sonstigen Therapieformen, um das Zwei- bis Zehnfache steigern. Dennoch ist es wichtig festzuhalten, dass die Delphintherapie keine Wunder vollbringen kann.
Textauszug von

http://www.dolphin-jump.de/index.php?kat=031&l=deDE