Sensorische Probleme

Die sensorische Entwicklung ist grundlegend für die geistige Entwicklung eines Kindes. Bei Kindern mit Down-Syndrom liegen hier fast immer Probleme vor, die weitere Fortschritte behindern. Trotz bester Förderung können sie den Erwerb neuer Fähigkeiten stark beeinträchtigen. Dies gilt ganz besonders für das erste Lebensjahr.

 

 

Augenärztliche Probleme


kommen überdurchschnittlich häufig vor. Schielen und Brechungsfehler verhindern richtiges Sehen und haben zusätzlich zu der geistigen Behinderung schwerwiegende Konsequenzen für die Entwicklung, da wir diie meisten Informationen über unsere Umwelt über das Sehen aufnehmen. Sehfehler  müssen deshalb so früh wie möglich diagnostiziert und korrigiert werden. Kleinkinder haben weniger Probleme, eine Brille zu tragen, wenn sie richtig angepasst ist und sie dem Kind hilft, besser zu sehen. Hier ist aber manchmal einige Geduld erforderlich.

Ein weiterer, häufiger Augenfehler ist der Katarakt. Dieser wird sowohl bei Neugeborenen als auch bei Erwachsenen beobachtet. 

 

 

HNO-Probleme

 

kommen bei Kindern mit Down-Syndrom besonders häufig vor. Sie behindern die Entwickung der komplexen Kommunikationsstrategien, die für soziale Kontakte und Lernaufgaben notwendig sind. Die Häufigkeit von Hörfehlern bei Menschen mit Down-Syndrom jeden Alters wird auf ca. 70 - 80 % geschätzt. Meistens handelt es sich um eine Leitungsfehlhörigkeit. Aufgrund der gravierenden Konsequenzen für den Spracherwerb sowie für einen Erfolg der Eingliederung in die Gemeinschaft sind Vorsorgeuntersuchungen im HNO-Bereich unerlässlich.

Überdurchschnittlich häufig handelt es sich um Probleme im Bereich des Mittelohres. Typisch sind Mittelohrentzündungen, die von einem hartnäckigen Erguss begleitet werden. Sie entwickeln sich bereits im Kleinkindalter und bleiben häufig bis im Erwachsenenalter bestehen. Auch wenn bisher noch keine zufriedenstellende Behandlung von Ohrentzündungen entwickelt werden konnte, darf keine Diagnose verschleppt werden. Das Unterlassen einer notwendigen antibiotischen Behandlung kann zu einer Hörminderung oder zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen führen. Eine sorgfältige Nasenhygiene in Form von Spülungen mit einer physiologischen Lösung oder die Verwendung eines Nasenballons können Infekte und Tubenkatarrhe etwas mildern.

Kinder mit Down-Syndrom können auch weitere Wahrnehmungsprobleme haben, so zum Beispiel im Bereich der taktil-kinästhetischen Wahrnnehmung, der Tiefensensibilität, des Gleichgewichts- oder Geruchssinns oder in der Schmerzwahrnehmung. Diese müssen sorgfältig begleitet und durch eine ganzheitliche Wahrnehmungsförderung, gegebenenfalls durch eine entsprechende basale Therapie, durch Ergotherapie oder psychomotorische Übungen behandelt werden.