Altersabbau

Menschen mit Down-Syndrom erreichen zurzeit ein durchschnittliches Lebensalter von etwa 60 Jahren. Es ist zu erwarten, dass dies künftig weiter steigen wird.

Zum Down-Syndrom gehören immer eine Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten und eine verzögerte psychomotorische Entwicklung. Das geistige Entwicklungsniveau kann in gewissen Grenzen durch die heutigen Erziehungs- und Fördermethoden positiv beeinflusst werden und zeigt eine große Spanne. Wie die übrige Bevölkerung können Menschen mit Down-Syndrom ein Leben lang lernen und sollten deshalb unbedingt eine lebenslange Förderung ihrer kognitiven, sozialen und lebenspraktischen Fähigkeiten erhalten.

Erwachsene lassen mit fortschreitendem Alter beständig, wenn auch stark variierend, in ihren Intelligenzleistungen nach, und zwar früher als bei anderen Personen. Dies betrifft unter anderem die Fähigkeit, geistige Zusammenhänge zu verarbeiten oder abstrakt-logische Denkvorgänge nachzuvollziehen.

Neuropsychiatrische Probleme, einschließlich Krampfanfälle, werden im Alter vorherrschend. Oft wird das Altern bei Menschen mit Down-Syndrom von einer Demenz, die der Alzheimer Krankheit auffällig ähnelt, begleitet. Sie tritt bei vielen jenseits von 50 Jahren auf, auch wenn die Behauptung alle Menschen mit Down-Syndrom würden an Alzheimer erkranken längst jeglicher Grundlage entbehrt. Klinisch zeigen die betreffenden Personen nachlassende geistige und emotionale Reaktionen, Apathie oder Aufregung, Erregbarkeit, Wutanfälle, Verlust des erworbenen Wortschatzes sowie nachlassende persönliche Hygiene. Die Krankheit schreitet oft sehr schnell fort. Anfälle können ein frühes Anzeichen für die Alzheimer Krankheit sein. Zurzeit ist noch keine dauerhaft effiziente Therapie bekannt.

Das Risiko an Alzheimer zu erkranken, ist jedoch wahfrscheinlich geringer als bisher angenommen wurde (Devenny et al., 1996). Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass die meisten Erwachsenen mit Down-Syndrom einen normalen, wenn auch  wahrscheinlich vorzeitigen Alterungsprozess erleben. Wichtig is es, Symptome einer Depression von einer Demenz zu unterscheiden.

Eine frühe, intensive Förderung und soziale Integration können den geistigen Verfall und das Altern aufhalten.