Logopädie

Welche Symptome können auftreten, die logopädisch behandelt werden sollten?

  • Schwierigkeiten beim Stillen
  • Schwacher Lippenschluss beim Essen mit dem Löffel, schwache Kaufunktion  
  • Häufige Tendenz zur Mundatmung und dadurch ungenügender Mundschluss   
  • Abstützen der Zunge an Unterkiefer oder Unterlippe; Lutschen an der Zunge

 

Welche Bedeutung hat das Stillen?

Für alle Kinder ist das Stillen hinsichtlich der physischen und psychischen Reifung von größter Bedeutung. Das Stillen bekommt bei Kindern mit Down Syndrom einen besonderen Stellenwert. Durch das starke Saugen an der Brust wird die Muskulatur von Zunge und Mund gekräftigt. Durch das Zusammenspiel aller Gesichts- und Mundmuskeln werden die Entwicklung des Gaumens, der Unterkieferbewegungen, der Zungenbeweglichkeit, des Mundschlusses ausreichend entwickelt. Außerdem wird dadurch die Nasenatmung gefördert. Aufgrund der meist zu geringen Spannung der Muskulatur fällt es den Kindern schwer zu einem ausreichenden Mundschluss und zu einer ausgewogenen Mundmotorik zu kommen. Dies ist aber eine Vorauassetzung für die spätere Artikulation - auf der Basis von Saugen, Kauen und Schlucken entwickeln sich die Sprechbewegungen.

Wie verläuft die Sprachentwicklung?

  • Lallen mit wenigen Variationen  
  • Rauhe, manchmal überlaute Stimme   
  • Später Sprechbeginn   
  • Entwickeln einer "eigenen" Sprache   
  • Schwierigkeiten beim "Merken" der Lautabfolge aus der sich ein Wort zusammensetzt  
  • Lautbildungsfehler  
  • Schwierigkeiten beim Satzbau, usw.

Was sollte eine logopädische Beratung beinhalten?

Eine frühzeitige logopädische Untersuchung wäre wünschenswert, um zu entscheiden, ob eine Beratung und/oder eine Therapie notwendig erscheinen.

  • Hilfestellung beim Stillen
  • Hilfestellung bei der Ernährung mit der Flasche  
  • Wenn ein Stillen an der Brust nicht möglich ist, soll darauf geachtet werden, dass der Sauger nicht zu groß ist (an die Form der Brustwarze angepasst) und die Nahrung nicht aus dem Saugerloch heraus rinnt.   
  • Hilfestellung bei der weiteren Nahrungsaufnahme   
  • Beratung der Eltern hinsichtlich kommunikativen und spielerischen Verhaltens  
  • Unterstützung und Beratung bei der Sprech- und Sprachentwicklung

Was beinhaltet die logopädische Therapie beim Down-Syndrom?

  • Unterstützung des Saugens durch spezielle Therapietechniken, um den Saugrhythmus des Kindes zu stärken bzw. zu unterstützen, oder ihn überhaupt anzubahnen.  
  • Orofaciale Regulationstherapie (nach Castillo Morales) oder andere Behandlungstechniken, die ein Erlernen ungünstiger Bewegungsabläufe verhindern sollen. 
  • Anpassen einer Gaumenplatte, in Zusammenarbeit mit einem Kieferorthopäden, wenn dies erforderlich ist und immer in Kombination mit einer logopädischen Therapieform.  
  • Verbesserung der Mundmotorik   
  • Erlernen bzw. Festigen der Nasenatmung 
  • Lautanbahnun   
  • Artikulationstherapie  
  • Wortschatzerweiterung   
  • Übungen zur Verbesserung des Satzbaues   
  • Hörtraining zur Verbesserung der akustischen Wahrnehmung und Differenzierung


Wenn keine speziellen Probleme auftreten, kann die logopädische Beratung begleitend eingesetzt werden. Eine kontinuierliche logopädische Behandlung soll dann frühest möglich beginnen, wenn es Schwierigkeiten im Bereich der Nahrungsaufnahme gibt. Der Behandlungsansatz wird somit den jeweiligen Bedürfnissen des Kindes angepasst.

 

Textauszug von

http://www.logopaedieaustria.at/de/therapiebereiche/thinfo_down.htm